Freitag, 18. Juli 2014

Langes Wochenende! :o)

Vielen Dank für die positiven Reaktionen auf meinen letzten Post! Es gab viele tolle Kommentare. Darüber freue ich mich!

Es geht aber auch anders. Ich hatte schon mal überlegt darüber zu schreiben... Heute denke ich: warum nicht?! So ist das eben auch.

Anfang Mai, mittags die R71 von Arnsberg nach Meschede. Der Bus war erstaunlicherweise nicht voll. Um die Uhrzeit fahren sonst viele Schüler mit. An dem Tag blieben sogar Sitzplätze frei.
Nach etwa 20 Minuten hörte ich eine Stimme fragen: "Sag mal, darfst du dich zuhause auch so benehmen? Mach die Füße vom Sitz!"
Ich frage so nach hinten: "Ist etwas nicht in Ordnung?" Ruhe, absolute Stille. Alles ist gut! ...dachte ich...
Ein paar Minuten später hörte ich die Stimme wieder. Herablassend, darauf aus, das Opfer fertig zu machen und nicht mehr aus den Klauen zu lassen.
Ich wieder so nach hinten: "Ist etwas nicht in Ordnung?" Einen Moment Stille, dann ging die Tirade weiter.
Ok, dachte ich. Es wird Zeit etwas zu unternehmen.
Also habe ich die nächste Haltestelle angefahren, bin aufgestanden und hab die Person ausfindig gemacht. Im Rückspiegel war das nicht möglich.
"Was ist hier los? Ihr Tonfall gefällt mir gar nicht!" spreche ich die Frau an.
Da nimmt sie den Blick von dem Jugendlichen, schaut mich an und aus ihrem Mund kommen folgende Worte: "Was geht dich das an, du alte Schlampe?"
*ups* Was für ein Aggressionspotenzial!
Einmal tief eingeatmet "Raus! Aber sofort!"
"Ich denke gar nicht daran!"
"Sofort raus!"
"Nein!"
"Ok, dann rufe ich jetzt die Polizei an!"
Als ich zum Telefon ging, redete ihr Begleiter auf sie ein "Komm, lass uns aussteigen!" "Nein!" "Wir steigen aus!" "Ich denke gar nicht daran!"
Da wurde es turbulent. Ihr Begleiter stemmte sich gegen sie und versuchte sie in den Gang zu schieben. Schon erstaunlich, was dieses Persönchen für eine Kraft hatte! Der Mann war auch nicht viel mehr an Gewicht, aber sehr entschlossen. Mit einem kräftigen Schubs stand die Frau, er stellte sich hinter sie, schob seine Arme unter ihren durch und versuchte sie auf den hinteren Ausgang zuzuschieben. Sie stemmte ihre Füße auf den Boden und hielt sich überall fest. Er schaffte es nicht alleine! Ich hab ihm dann mal den Rücken gestärkt. Sie wollte ich nicht anfassen.
Als die Beiden endlich draußen waren, habe ich sie noch mal angesprochen: "Merken Sie sich mein Gesicht und wagen Sie es ja nicht noch mal in einen Bus einzusteigen, wo ich am Lenkrad sitze!"
Die anderen Fahrgäste waren überwiegend Schüler. Ich hab jede Menge Applaus bekommen - so was!

Danach hatte ich 14 Tage Urlaub. Als ich wieder kam, war die Geschichte nicht vergessen. Diese Frau erzählte jedem, dass die Westfalenbus eine Fahrerin hat, die tritt, spuckt und beißt. Jemand riet mir sogar Anzeige zu erstatten. Das war mir zu aufwendig und das Ganze auch nicht wert.

Die Frau ist eine stadtbekannte Alkoholikerin... Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen.

Bis heute habe ich sie nicht wieder gesehen... Obwohl sie viel Bus fährt!
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Ach ja, und wenn ich Zeit habe, stricke ich auch noch ein bisschen - meistens in Pausen.
Es ist wieder Heldentodwetter!

Die Tunika ist zur Hälfte fertig. Allerdings habe ich etwas mehr als die Hälfte von dem Garn verbraucht.
Sabine hat ihre Kontakte im JH-Forum genutzt und dort noch einen kleinen Rest "Knallfrosch" gefunden.


Bei dem Easy habe ich bisher 35 g verstrickt.


10 g werde ich noch in die Richtung stricken, bevor ich die Richtung wechsel.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!
Die, die Hitze lieben - genießt es! Ich warte geduldig -dank eines freien Wochenendes- auf den Wetterwechsel am Sonntag!

Mittwoch, 16. Juli 2014

Inspiriert

von Frau nima´s Post, muss ich meine eigene Studie dagegen halten...

Ja, es gibt die Menschen, so wie sie sie beschreibt. Jeder dieser Menschen hat seine Geschichte. Viele will ich gar nicht wissen, aber manche berühren eben.

Diese Woche hatte ich zwei solcher Erlebnisse... Beide gestern...

Ich stehe mit dem Bus in Warstein am Markt. Da tauchen zwei Männer an der Bustür auf. Der Eine groß und dünn. Lange, fettige, dünne Haare. Das Gesicht, als ob er mal Pocken gehabt hätte. Tätowiert und gepierct. Die Kleidung alles andere als sauber. Wie man sich eben einen Junkie vorstellt.
Dieser Mann hatte einen Anderen gestützt, der aussah, als wäre er volltrunken.
Der "Junkie": "Würdest du den Mann bitte mitnehmen. Er hatte einen epileptischen Anfall..." Mein Widerwille stand mir auf der Stirn geschrieben!
Da rappelt sich der "Betrunkene" auf und sagt mit klarer Stimme: "Bitte, ich will nur nach Hause!"
Also bin ich zur Seite getreten. Der Mann ließ sich auf einen der Sitze sinken und fing dann an zu erzählen.
Er merkt, wenn so ein Anfall kommt. Schwindel und das Wissen, dass ES jetzt passiert. Er sucht Halt und kann keinen finden - fällt einfach um.
Wenn man bedenkt, dass die Marktplatte vor dem Dom um die Mittagszeit gut mit Menschen gefüllt war, stellt sich mir die Frage: warum kümmert sich ein "Junkie" um so jemanden und nicht die gut situierten Bürger? Warum sieht so ein Mensch hin und nicht die "Normalos"?
Weil so ein Mensch selbst schon tief unten war und weiß, wie das ist.
Die Anderen werden das Gleiche gedacht haben, wie ich...
Fazit für mich - mal wieder: 2x hinschauen!

Nach Feierabend war ich noch in einem kleinen Dörfchen bei Meschede. An einer Kreuzung musste ich anhalten...

Dazu gibt es eine Vorgeschichte...
Letzten Winter standen in diesem Dorf 2 Menschen an der Haltestelle. Es war kalt. Schneeregen. Nicht wirklich gemütlich. Ich hielt an und eine Frau kam auf mich zu. "Haben Sie Zeit mir zu helfen, meinen Sohn in den Bus zu bekommen?"
Ich wieder... Lockeres Mundwerk... "Zeit haben wir nie, aber helfen - natürlich!"
Der junge Mann -nicht mal 20 Jahre alt- kann kaum laufen. Mühselig auf einen Rollator gestützt kam er an die hintere Bustür. Trotz absenken dauerte es eine Weile, bis er drin war und sicher saß.
Seine Mutter hat sich ganz herzlich bedankt und gefragt, ob er seinen Umsteigerbus noch bekommen würde? Er hätte gerade eine schwere Erkältung gehabt.
Auf Grund der witterungsbedingten Verspätung und dieser "Verladeaktion" hatte ich gut 10 Minuten Verspätung. So konnte ich nur sagen, dass ich mein Bestes versuchen würde.
Sobald es möglich war, funkte ich den Kollegen an. Einer im weißen Hemd, Krawatte - sympathische Erscheinung... "Ich habe einen Umsteiger für dich und ich habe 10 Minuten Verspätung. Der Umsteiger muss unbedingt mit dir fahren!" Er hätte keine Zeit! Also bin ich deutlicher geworden: "Der junge Mann ist schwer behindert. Er kann unmöglich bei diesem Wetter eine Stunde warten." Ich solle mich beeilen!
Im Minutentakt fragte er ab, wo ich denn gerade wäre! Als ich noch 2 Minuten vom Busbahnhof entfernt war, meldete er, dass er abgefahren ist! Seine Fahrgäste wollten auch noch irgendwohin!
Dann geht ja was los bei mir und es ist mir ziemlich egal, dass das alle mithören können!
"DAS glaube ich ja jetzt nicht! Du lässt einen schwer Behinderten einfach im Regen stehen, weil andere nach Hause wollen? Ich hoffe, dass weder du noch deine Fahrgäste jemals in so eine Situation kommen, wie der junge Mann hier! Und wenn doch, wünsche ich allen, solche Menschen zu finden, wie dich!"
Da meldete sich ein anderer Kollege: "Andrea, ich fahre gleich den Nachtbus. Lade den jungen Mann aus. Ich fahre dann vor und lade ihn sofort wieder ein!"
Meine spontane Reaktion: "Du bist ein Engel!"
Der Clou an der Sache war: der Kollege, der den Nachtbus fuhr, war viel zu früh! Er hätte erst 2 Stunden später einsetzen müssen! Das wusste er aber nicht...

Diesen jungen Mann sah ich gestern wieder. Die Begegnung mit ihm ist ein gutes halbes Jahr her. Ich war mit meinem PKW unterwegs. Im Winter war es dunkel, gestern schien die Sonne vom blauen Himmel. Er sah mich auch und strahlte über das ganze Gesicht! ...und er fragte, wie es mir geht?!?
Er hat mich sofort wieder erkannt. Das Schöne: er war nur noch mit Krücken unterwegs! Und er war der Meinung, dass das Leben immer weiter geht und er noch viel üben muss...

Fazit für mich: gepflegte Menschen sind genauso wenig das, was sie erscheinen, wie solche, die nicht der Norm entsprechen - äußerlich.

Zwei Erlebnisse, die mein Herz berührt haben! Zwei Erlebnisse von vielen, die mich dankbar machen...




Sonntag, 6. Juli 2014

Manchmal

geht man ein bisschen blind durch die Welt...
An einem Haken in der Stallgasse hing immer das Putzzeug, das ich täglich brauche. Vor etwa 14 Tagen war da immer wieder Vogelkot drauf. Sah ich nach oben - sah ich nix!
Das Putzzeug durfte einen Haken weiter wandern. Die Kotstelle wurde immer auffälliger. Tägliches fegen änderte daran auch nichts.
Im Stall nisten jedes Jahr Rauchschwalben. Dort, wo die Nester hängen und die Jungen ihre Schwänze raus halten, sind eben solche Kothaufen... Tägliches fegen hält den Mist nur in Grenzen...
Schwalbennester kenne ich nur frei hängend, so wie auf diesen Bildern. Frei schwebend an Balken oder Wänden, dicht unter der Decke...

Letztes Jahr fiel ein solches Schwalbennest bei Trockenheit von einem der Balken. 5 junge Schwalben saßen schutzlos in der Stallgasse in ihrem Nest. Was tun?
Einen Karton herbei geholt, einen Ausschnitt in die eine Kartonseite gemacht, mit Heu aufgefüllt und die Jungen da rein gesetzt. Das neue "Nest" auf einen Balken in die Nähe gestellt und gehofft, dass die Eltern das so akzeptieren. Haben sie!

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?


Dort, wo die Schwalbe auf dem Balken sitzt, stand letzten Sommer der Karton. In der Nische daneben - ganz versteckt- ist ein neues Nest entstanden... Völlig untypisch.

Ich kann das Nest auch dann nicht sehen, wenn ich auf die gegenüberliegende Seite der Stallgasse gehe. Ein Nachbar, der etwa 3 Köpfe größer ist, hat es entdeckt. Ich bin auf die Boxengitter geklettert, damit ich die Bilder machen konnte... Das letzte Foto unten rechts habe ich mit ausgestreckten Armen von unten gemacht.

Stricktechnisch...
Das Easy ist so easy, dass ich mir erst mal aufmalen musste, was die Anleitung anfangs von mir wollte! 20% von dem Lacegarn sind erst verstrickt...


Ein bisschen Spielerei muss sein! Bis ich auf 40 Maschen erweitert hatte, wurde glatt rechts gestrickt...
Das Tuch ist ein ideales Mitnahmeprojekt!

Die Tunika ist bis zum 2. Träger gewachsen... Im Moment ist wieder ganz wenig Zeit für´s Hobby stricken.